Fourth of July Creek, Smith Henderson

Hier. Lange zog sich die Lektüre hin. Warum? Kann man nicht mehr sagen. Wahrscheinlich gab es einige Konkurrenzlektüren.

Sozialarbeiter Pete schlägt sich mit seinen Kunden herum und auch sich selbst für sie. Was ist das überhaupt für ein Beruf? Sich kümmern und sich sorgen, ein Zivilist mit institutionaler Gewalt, der sich einfach so in andere Familien einmischt. Ein Gutmensch. Ein fremdes Zuhause ist seine Werkstatt. Ist die Ausübung von sogenannter Menschlichkeit denn eine Arbeit? Wenn er blau machen würde – wäre das unterlassene Hilfeleistung?

Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass seine eigene Familie auch Arbeit benötigt. Oha, es wird persönlich. Alles fällt auseinander. Fleisch und Gene bilden eben doch kein stabiles Band. Das Phänomen der Verlorenen Kinder ist eben nicht nur ein Problem der Anderen.

Henderson übt sich in Lokalkolorit (das Ländliche, das fast schon Antiurbane) und unterstreicht mit weiten Landschaften die Einsamkeit ihrer Einwohner (Insassen). Er bedient naheliegende Themen. Aber er schafft einen Protagonisten, der so entsetzlich schwach ist. Das ist einer, der einfach keine Anker lichten oder setzen kann. Das liegt schwer im Magen. Wahrscheinlich zog sich die Lektüre deshalb hin. Pete, du Versager. Such dir mal Hilfe.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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