Colonia, Florian Gallenberger

Hier. Um die Verballhornung eines reinen und gottgefälligen Lebens geht es wohl. In der Colonia Dignidad fanden sich die Rechtschaffenen und Frommen zusammen und konnten in aller Abgeschiedenheit besonders rechtschaffen und fromm sein. Fast genauso rechtschaffene Diplomaten und Verantwortliche ließen die Auserwählten jahrzehntelang foltern, prügeln und zerstören – also besonders fromm sein. Und nun also das alles als abendfüllender Spielfilm, der den Glanz Gottes nur schmähen will. Wird wohl in einigen Oberstufenfilmstunden als „Aufarbeitung“ firmieren und den Schülern ganz betroffene Gesichter abverlangen, um eine gute Note zu bekommen.

Natürlich sind die schönen Menschen in diesem Film auch die Guten. Eine ganz einseitige Berichterstattung ist das. Die hatten es doch so schön dort! Und dann spielen die auch noch gut. Könnten die nicht wenigstens etwas stümperhafter agieren? Und dann schaffen es Regisseur und Schnitt auch noch, thrillermäßige Stimmung aufkommen zu lassen.

Was für ein überraschendes Machwerk. Wahre Christen schauen weg. Darauf einen erhebenden Tritt in die Fresse. Amen.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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