Die Tage, die ich mit Gott verbrachte, Axel Hacke

Hier. Schnell wegzureißen mit seinen knapp über einhundert Seiten. Ein guter, belesener Mensch, der sonst für eine Zeitung fabuliert, liefert hier ein längeres Traktat ab. Kein Roman, keine Novelle, auch irgendwie keine Kurzgeschichte… eine Skizze? Eine mehrseitige Kolumne? Ein Zarathustra ist es nicht.

Wenn Gott selbst ein Charakter ist, dann ist er ja meistens auch dieser „liebe“ Gott, der nicht steinigt und verflucht und das elende Sündervolk nicht cinemaskopisch ersaufen lässt. Das ist dann diese weichgespülte Protestantengott mit Wandergitarrenklang. Wo sein Sohn Jesus sandaliert lächelt und nicht ausblutend an der Wand hängt. Wer kann so einen Gott gut finden, wer kann dieses dekadente Bedarfschristentum einer kleinen Bildungsbürgerschicht respektieren? Ha, falsche Frage, es geht ja bei Religionen nicht ums gut finden. Man ist drin oder draußen. Daran denkt man bei einem Text wie diesem.

Aber etwas gutes kommt dann doch, und zwar das große Egal. In der Mitte der Welt (und der Erzählung) ist eine softcore-lovecrafteske Qualle in einer Halle (eine Hallenqualle) und die seufzt nur „egal“. Ein ziemlich verzwirbelter Einfall. Danke, Herr Hacke. Die Gleichgültigkeit erkennen und benennen. Das ist dann doch ziemlich gewitzt, wenn man schon so einen wabbeligen Liebhab-Gott evoziert.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

Ein Gedanke zu „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte, Axel Hacke“

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