Ich bin dann mal weg, Julia von Heinz

Hier. „I’m Off Then“ auf Englisch. Seltsam. Dieser verstörend erfolgreiche Bestseller musste freilich verfilmt werden, aber allein das Urmaterial selbst wirft schon ein Schlaglicht auf einen Zeitgeist der Ich-Besessenheit. Das ist nicht böse gemeint: keine Geschichte von Heilung und Genese sollte verballhornt werden. Aber wenn sie dazu führt, dass religiös affizierte Tourismusverbände es in ihrer Buchführung bemerken, dann ist das schon ein Staunen wert.

Man kann keck formulieren: wer IBDMW gern und aufmerksam konsumiert, der wird auch mit Knausgard gut auskommen. Dieses Ich. Dieses riesige Ich. Ein Planet für sich, ein Planet für’s Ich.

Der Film ist drollig und sympathisch und tut niemandem weh. Der zentrale Schauspieler verliert kein Gesicht, er muss sich hinter der real existierenden Person nicht verstecken. Fremdscham stellt sich eher ein, wenn die reale Wanderwirtschaft insgesamt mit ihren zahlreichen Geschenkeläden beleuchtet wird. Das kann doch kein Katholik wollen, oder?

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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