Barbarian Days: A Surfing Life, William Finnegan

Hier. Wuchtig, wie es sich für Memoiren gehört. Das ist nicht das erste, das Herr Finnegan schrieb. Er weiss schon, wie man einen eindeutigen Ton trifft und hält und trotzdem mittendrin überraschen kann, indem man einfach nur das Geschehene wiedergibt (das ist ja nicht so einfach).

Surfen ist ja wieder etwas das engohrige Nieselregeneuropäer meist nur von Weitem kennen. Die potentielle Bildersprache ist gewaltig wie eben der Ozean: da ist Kraft, Bewegung, ein unbestimmtes Ziel, eine Balance, eine erbarmungslose Materialität die eben auch erhabene Momente entstehen lässt. Die Wellen laufen ein und aus. Als Surfer ist stetig ankommend und kommt schwer vom Strand weg. Kälte und Salz sind unbedachtes Beiwerk und irgendwann verschwimmt auch das Land. Fließende Angelegenheit, all das. Körper und Geist melangieren sich und vielleicht ahnt man dann, dass das eh das gleiche ist im Jammertal dieses Planeten.

Finnegan ist viel herumgekommen und der Verschleiß der Welt und von sich selbst lässt nachdenklich werden. Den Kern des Ganzen lässt er aber außen vor: warum? Warum stellt er/man sich auf so ein Brett und bewegt sich dann seltsam seitwärts über instabilen Grund? Das können wohl nur Nicht-Surfer fragen, die statt Wasser im Gesicht ein Buch davor haben.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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