Arrival, Denis Villeneuve

Hier. Den wunderbaren Film Prisoners hat Villeneuve auch gemacht. Und den neuen Blade Runner soll/muss er auch machen.

Hier geht’s um ausserirdischen Erstkontakt und die nötigen Kommunikationsversuche. Geistes- und Naturwissenschaften werden als eine Frau und ein Mann auf die tentakligen Besucher geworfen. Die Themen, die sich entfalten, sind dann wie aus einem Filmtheoriebuch: das Denken in Sequenzen ist irdisch und muss abgelegt werden, um mit den synchron und allzeitig existierenden Angekommenen zu reden. Weniger Bewegungsbilder, mehr Zeitbilder. Arrival ist also die Ankunft, aber auch das Erreichen, das Schließen eines Kreises und der Abschluss eines Ereignisses. Ebendiese Denke ist aber kosmisch unzureichend, wie sich auch an dem schönen Kniff am Ende des Filmes zeigt: der Anfang ist immer auch das Ende, die Ankunft ist immer auch der Aufbruch und bedeutet schlussendlich das Ende aller Epik. Kein Quest kann mehr linear stattfinden – es wird nur für uns, die Zuschauer, so inszeniert damit wir sanft folgen können. Vorsehung ist Erinnerung. Das klingt hier alles holprig, aber mit Villeneuves elegischen Bildern wird’n Schuh draus. Nagut, kein Schuh, aber ein Film. Vielleicht verstehen jetzt ein paar Konsumenten, weshalb Kausaldenken und Subjekt-zentrierte Grammatik nicht mehr als eine wacklige Krücke sein können in einem unendlichen Universum.

Verwandte hat der Film viele. Interstellar, 2001, Krieg der Welten, Contact mit uns‘ Jodie, und wie sie alle heißen. Langsame Sci-Fi bleibt Teil der Unterhaltungslandschaft und kein Independence Day kann diese Nische zerdeppern.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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