Nightcrawler, Dan Gilroy

Hier. In der Tradition des Grossstadtalptraums wird auch hier viel ge-Ballard-et: Autos gehen kaputt und das Menschenmaterial ebenso. Autos halten die martialischen Geschwindigkeiten, sie sind die Träger der fragilen Menschenleiber durch die Venen einer viel härteren Physik. Nun wollen Menschen aber stets Zeugen sein und schauen; wir guten wahren Bildungsmenschen schauen auf die Zuschauer und schauen verdrießlich, denn wir sind freilich ganz anders. Es geht also um mehr als nur den Splatter-Paparazzo, sondern auch um die zweifelhafte Vulgarität seiner Arbeit und die Versuche der „Aufgeklärten“, sich davon zu distanzieren.

Wie gern hätte man statt nur Ballard auch Warhol und seine bunten Unfallbilder assoziiert. Das gelang aber nicht. Vielleicht weil es zum Ende hin eben doch wieder menschelt und der Film sich auf die Düsternis seines Protagonisten konzentriert statt das Epos der Stadt an sich zu kulminieren. Das ist der Weg von Travis Bickle, und auch bei Nightcrawler geht frisurenmässig so einiges.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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