Logan, James Mangold

Hier. Wer hätte gedacht, dass Comic-Verfilmungen so etwas können? Serielles Erzählen schafft Wucht, da freilich die Charaktere gar nicht mehr so richtig eingeführt werden müssen. Man trifft Bekannte, die oft zu Weihnachten oder an regnerischen Sonntagabenden vorbeischauten, auf DVD oder im Klatschvieh-TV.

Konnte der Western mit Cowboys früher das auch? Das Erwartbare wird jedenfalls in Logan geliefert: mehr Schmerzen, weniger Selbstheilung, Narben und Verschleiß in vielerlei Gestalt. Dabei ist alles recht günstig gefilmt worden: CGI wird mit Bedacht eingesetzt und ersetzt nie die wirbelnden Leiber. Beim Western wurde auch noch persönlich vom Pferd gefallen. Ist ja genug Platz. Das bisschen Sand kann gar nicht weh tun.

Als Logan mit Jackman vor gefühlten achtundsiebzig Jahren im Kino ankam, erwartete wohl jeder schlimme Unfälle mit diesen sechs Messern an den zwei Fäusten. Und jetzt, am Ende der Reise, wird geschlitzt und gewürfelt und gerissen wie nie. Dafür sind diese Dinger also gut. Man durchtrennt damit nicht nur Seile und Vorhängeschlösser. Was man hier Brutalität nennen mag ist essentieller Bestandteil dieser Chirurgen-Oper und kommt der Essenz des Alleinunterhalters Wolverine sehr nah. Wer hätte das gedacht.

Würdig.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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