Moonlight, Barry Jenkins

Hier. Die Erwachsenen und ihre Filme. Sagen wir es plump: das schwarze Brokeback Mountain. Noch plumper: Bildungsroman, knietief in der Ghettoromantik. Noch viel plumper: Prothesenmelodram. Aber man kann viel sagen und damit dieses Werk und seine grandiose Schönheit abtun und nichten. Man kann aber auch sagen: wie schön, dass die Oscars diesen Film gefunden haben, der wie selten zuvor mit sehr reduzierter Besetzung und äußerst filigran-schimmernden Bildern ein wirklich und wahrlich erhabenes Epos der Mannwerdung darstellt. Man muss schon in der Stimmung für ein weitestgehend humorfreies Erlebnis sein, damit Moonlight funktioniert, und es wäre gut wenn man sensibel bezüglich der Poetik des Titels ist. Im Mondlicht schimmert die schwarze Haut blau, im Mondlicht wird der Strand zu etwas besonderem weil das Rauschen den Horizont einnimmt.

Ehrlich gesagt wurde vermutet, dass der eine den anderen abknallt, am Ende. Ginge auch. Wäre stimmig. Wäre aber nicht das gleiche wie das Gesehene. Feines Ding, bitte mehr davon.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: