Ghost in the Shell, Rupert Sanders

Hier. OK, er hat sein Geld im ersten Anlauf nicht eingespielt. Aber wer ist wirklich überrascht? An der wie immer famosen Frau J. kann es nicht liegen – hier ist sie beeindruckend physisch, fast quadratisch, und die vergleichsweise ausdruckslose Mimik passt freilich in die Rolle. Auch der Vorwurf der Verweißlichung einer eigentlich asiatischen Heldin ist letztlich plausibel: das Chassis wird nicht vom Motor bestimmt. Jaja, die Ethikpolizei darf motzen, aber das Prinzip Kunstmensch setzt auf flottierende Körper (was freilich schon bei Metropolis nur in der Theorie funktionierte, wo es doch letztlich um den Schauwert einer Roboterfrau ging). Unangenehm fiel auf, dass der Endboss etwas kantig animiert wirkte, und dass das Farbenbild des letzten Gefechts ein wenig zu stark ins Graue tendierte.

 

Angenehme Erinnerungen an das Original werden stimuliert. Hoffentlich kann es nun von mehr Menschen gefunden werden. Man bemerkt wie old-school doch der Cyberpunk der alten Schule war – was ist eigentlich an seine Stelle getreten? Steampunk? War er doch nur ein modisches Motiv, das von der sogenannten realen Welt des ewigen digitalen Gebrabbels Ende der 90er dann doch verdrängt wurde? William Gibson schreibt keine SciFi mehr, die irgendwer als eskapistisch bezeichnen könnte. Shadowrun gibt es bei Steam. Aber Geister in ihren Gefässen wurden seit Poe rauf und runter erzählt, und der Schauwert von kugelsicherer Weiblichkeit bleibt spektakulär so lange es Hormone gibt.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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