Westworld, Nolan & Joy & Chrichton & Abrams et al.

Hier. Die erste binge-watching Gefahr des Jahres. Mühsam wird der Konsum dosiert. Voller Inbrunst freut man sich auf die letzten drei Folgen.

Auffällig ist wieder die Gewalt. Deutet dies auf eine Überalterung des Konsumenten hin? Vielleicht. Letztlich ist es aber folgerichtig: wenn Androiden Dinge sind dann gehen Menschen derb und dumm mit ihnen um, denn Dinge werden nunmal beiläufig vom Pack zerschlissen, wie Autos und Ökosysteme. Hier zeigt es sich nunmal in versehrten menschenähnlichen Körpern. Man hätte Westworld auch mit weniger Gewalt machen können, aber dann wäre die Serie zu kuschelig und es ist eben diese Erbarmungslosigkeit, die (zumindest diesen Konsumenten hier) fesselt und packt und verführt.

Und dann kommt wieder der Überstudierte angerannt: welch wundervoller Nihilismus für die Androiden! Immer gehen sie kaputt, immer werden sie neu „ins Rennen“ geschickt. Ach, welch Metapher für das Leben! Hmm… Sisyphus lässt grüßen, klar, aber es sind die pseudo-menschlichen Erinnerungen, die unsauber gelöschten Speicher, die das Narrativ vorantreiben. „Time is a flat circle“? Ja, vielleicht für die neuen Modelle mit polierten Festplatten. Aber die „refurbished models“… die bauen sich und etwas auf.

Wunderbar. Und wunderbar ist auch, dass es noch eine zweite Staffel gibt.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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