The Sellout, Paul Beatty

Parodie, Satire, Humoreske, Kabarett, Slap-Stick, Groteske, RomCom (?). Ach, bitte erzähle mal jemand was The Sellout ist. Der Protagonist ist mit kalifornischen race issues verquer und führt tatsächlich die Sklaverei wieder ein. So keck, so auweia. Dafür den Man Booker Prize. Bäm.

Ohne akademisches Humanistenbrimborium wird dem Leser zumindest ansatzweise nahegebracht, was es mit dem letztlich so unglaublich abstrakten (und fast schon absurden) Begriff der blackness auf sich haben könnte. Beatty bedient die Klischees dermaßen erbarmungslos und pointiert, dass bei der Lektüre durchaus kichert. Vielleicht geht Dave Chapell in diese Richtung (und Bill Cosby freilich nicht), aber Paul Beatty läuft die ganze Meile. Wer kommt da mit?

Denn: auf Zack sollte man sein. Der überschaubare Text ist sehr, sehr rasant in seinen Charakteren, Äußerungen, Idiomen und Anspielungen. Stets geht es um das gelebte Leben, gross reflektierte Vor- und Rückgriffe finden sich nicht.

Heute kennt man Sklaven vielleicht vor allem aus dem BDSM und den Produktionsmethoden der üblichen Verdächtigen in Schwellenländern. Aber hier geht es mal wirklich um den Besitz von Leben in Theorie und Praxis sowie seine geographische Verortung. Um die Definition des Wortes „Heimat“ kommt man dann auch nicht herum. Wie lebt man damit, mir der stets offenen Frage? Sometimes it’s the nihilism that makes life worth living. Lauter lebende Beweise… überall.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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