Joan Didion: The Center Will Not Hold, Griffin Dunne

Hier und hier.

Das Essay schiebt sich irgendwie zwischen das, was wir unter Literatur auf der einen und Journalismus auf der andere Seite verstehen. Bei JDs Essays haben wir aber das Gefühl, es nicht mit einem Hybriden zu tun zu haben sondern mit etwas Eigenständigem. Das von den üblichen Verdächtigen umhergeschenkte „Jahr des magischen Denkens“ wurde wegen eben selbiger bisher immer vermieden, aber das weiße Album allein rechtfertigte den Konsum dieses Doku.

JD hat erlebt was viele andere Menschen auch erleben. Aber viele anderen Menschen formulieren keine Sätze und Absätze mit Widerhaken, die sich in Kalender krallen und vehement in den Tagen hängen bleiben.

Freilich ist das hier keine neutrale Aufzählung von Mensch und Werk, freilich ist hier eine Propagandamaschine am Werk. Sie schnurrt gut und erinnert uns daran, dass es so etwas wie Neutralität nicht gibt. Immer ist die Unmöglichkeit der Welt durch das Prisma einer einzelnen Perspektive gebrochen. Schön ist, wenn diese Unmöglichkeit als Einzigartigkeit offenbar wird. Klingt schwülstig. JD hätte es besser ausdrücken können.

 

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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