Westworld, Nolan & Joy & Chrichton & Abrams et al.

Fertig. Es war mir ein Fest.

Oh, so viele Möglichkeiten der Ausschlachtung hinsichtlich pseudo-akademischer Spielereien: das Ich, die Existenz, die Angst um selbige, Erinnerung, Kognition, Diversifikation, Frankensteinifizierung, das Hyperreale, die Marktwirtschaft, die komplexe Narration, Persönlichkeit an und für sich, etc…. ein feuchter Traum mit tränenden Augen.

Man könnte der Serie eine gewisse Humorlosigkeit vorwerfen und dass dort immerfort allesamt sehr erwachsen und sehr bedeutungsschwanger miteinander sprechen. Aber so findet das Produkt seine Nische am Markt: es ist eben kein Superhelden-Cyborg-Krawall mit knackigen Einzeilern vor dem Abspann.

Chrichtons Urstoff, der mit Yul Brynner einst verfilmt wurde (da reichte noch eine Glatze zum auratischen Gemunkel), ist hier nie konsumiert worden. Jetzt muss das freilich nachgeholt werden. Die Zukunft gibt es auch: zum Glück gibt es weitere Staffeln.

Das Ende war wunderbar schnell und aufgeräumt, so wie man es von den präzisen Fleischwebstühlen aus dem Vorspann erwartet. Bis zuletzt erkundet der Zuschauer noch die Regeln dieser Welt, nicht nur seine Spielregeln sondern auch deren Umgehung. Eine wundervolle fortwährende Verunsicherung.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: