The Dead Father, Donald Barthelme

Hier und hier. Besitzer prämierter Rüden müssen früher oder später die Frage der Decktaxe klären, wenn die Kreatur, die sie pflegen und besitzen, Vater werden soll. Bei einfacheren Lebensformen stellt sich diese Frage nicht. Die teilen sich einfach – Bäm, Kinder. Schnecken kriechen mit Penislanzen aufeinander herum. Der Penetrator ist der Vater.

Nun ist beim Menschenpack das Fleisch mehrgenerativ organisiert, das heisst mit der eingeräumten Geschlechteridentität geht auch eine Rolle bei der Fortpflanzung einher. Menschen denken sich dumme Worte aus, um die Welt zu begreifen, und mit die dümmsten Worte sind „Kultur“ und „Natur“, wenn sie sich gegenüber stehen oder einander erklären sollen.

Und Barthelme, vielleicht als einer der „klassischen“ Postmodernisten, fräst freilich frohlockend in dieser Thematik umher, und zwar mit den damals zeitgeistigen Mitteln des (absurden) Humors, der Collage, und dem frei flottierenden Signifelefanten-Spiel („Niemand traut sich, über den Signifelefanten im Raum zu sprechen, doch er ist da! Seht ihr ihn auch? Nein? Dann sehe ich ihn auch nicht. Oder wie?“). Die Geschichte ist überallegorisiert und zersetzt alles Epische – und steht somit im Gegensatz zur patriarchatsbegeisterten Hero’s Journey.

Die Lektüre des kurzen Vehikels war sehr zäh. In Erinnerung bleiben Sätze wie dieser, die auch schon bei Wikipedia stehen:

A son can never become, in the fullest sense, a father.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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