Edge of Tomorrow, Doug Liman

Hier. Macht der Mensch im Zentrum eigentlich noch andere Filme ausser SciFi? Ist das Generika? Maschinen etablierten einst diesen Darsteller als Geldanlage: Top Gun war das. Komplizierte und teure Gerätschaft umhüllte den liquiden Leib. Die Militärpropaganda und die Musik passten in das was wir heute „1986“ nennen.

Die Musik bei EoD ist präsent, aber unauffällig. Das Militär aber ist, wie bei so vielen SciFi-Produkten, ubiquitär: zunächst um den Leib herum ein Exoskelett, eine martialische Prothese. Die Heldin, mit der der Held im Fokus steht, greift zu einem mangaesken Schwert, um die Physis des Konflikts zu unterstreichen. Der außer- und schließlich unterirdische Feind beeindruckt durch eine hybride Körperlichkeit, ein rasendes Gewimmel. Todesknäule greifen an. Invasion der ADHS-Tentakel. Hier wird mit den Prinzipien der Organe und der Organisation gearbeitet. Materie kann fulminant ermüden und sich verformen. Sehr schön.

Hauptverkaufsargument ist hier aber die Teilzeittheatralik, die sich durch den bei Ableben flux reinkarnierten Helden einstellt. Ja, Murmeltier. Ja, täglich. Eigentlich ist das dann wieder eine Variation des Organ-Themas: wann ist angesammeltes Wissen ein Organ in einer Schlacht und wie kann es Körperwelten entsprechend stratifizieren? Der Soldat an sich ist eine kryptische Unperson, und Uniformen bedecken nur die Oberfläche dieses fast gänzlich nebulösen Objekts, das die Individualität und Stringenz der Sterblichen scheinbar überflügelt.

Autor: festerben

Hier geht's um schnelle Verdauungshilfe, keine ausufernden (oder gerechten) Rezensionen. Angstgegner ist die Orthographie.

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